VIERMAL DER RADETZKYMARSCH: DAMEN AUF MEDAILLENKURS

Nur noch Favorit Japan und Österreich haben nach zwei Spielen bei der Damen-WM der Division IA in Graz eine weiße Weste. Die Österreicherinnen ließen auf das 6:4 gegen Norwegen 24 Stunden später mit 4:2  (1:1, 2:1, 1:0) gegen Ungarn den zweiten folgen. Das Team Österreich ist mit zehn erzielten Toren bisher die Torfabrik dieser  Weltmeisterschaft, die für sechs Tore mehr als die Japanerinnen beim 1:0 gegen Ungarn und 3:0  Dänemark sorgte. Allerdings erwiesen sich die Japanerinnen als defensiv stabiler: Kein Tor kassiert, ihre Torfrauen bekamen in beiden Partien zusammen nur 17 Schüsse zu halten.

Zum Unterschied vom Samstag bot Teamchef Pekka Hämäläinen die routinierte Theresa Hornich im Tor auf. Nach 3:12 Minuten mussten die Österreicherinnen einem Rückstand nachlaufen. 8:03 Minuten später sorgte Anna Hanser vom Meister Vienna Sabres nach idealem Pass von Janine Weber für das 1:1. So ging´s in das zweite Drittel, in dem die 17jährige Lokalmatadorin Theresa Schafzahl im Powerplay für die Führung sorgte. Aber ab der 30. Minute stand das Spiel im Zeichen der holländischen Schiedsrichterin Debby Hengst, die innerhalb von 10:41 Minuten regulärer Spielzeit insgesamt 18 Strafminuten verhängte. Manches wirkte etwas kleinlich. Zunächst traf Eva Beiter- Schwärzler in Unterzahl aus kurzer Distanz nur die Stange, dann mussten Sophia Volgger und Eva Beiter-Schwärzler auf die Strafbank. Die 15 Sekunden mit zwei Spielerinnen weniger überstand Österreich. Kaum war Volgger zurück, fiel aber das 2:2. Dann schickte  Frau Hengst innerhalb von 38 Sekunden drei Ungarinnen auf die Strafbank. Diese Phase nützte Österreich nur zu einem Tor durch Denise Altmann. Die Schweden – Legionärin, die auch zur besten Spielerin gewählt wurde,  traf  im Schlussdrittel zum entscheidenden 4:2.

Sie hat damit nach zwei Partien schon vier Tore und drei Assists. Zum Glück vergab dann Ungarns Star, Alexandra Huszak, die in Russland spielt, einen Penalty.

Nach Österreichs Toren ertönt in der Halle immer der  Radetzkymarsch. Diesen Sonntagabend viermal. Hoffentlich noch öfters in den drei Spielen gegen Frankreich, Japan und Dänemark.

Danach strahlte auch Verbandspräsident Gernot Mittendorfer: „Drei Siege an einem Tag hab´ich noch nie erleben dürfen.“ Denn vor den Damen schlug  das U18-Team der Burschen bei der WM in Bled Veranstalter Slowenien 4:3, siegte das Herrenteam beim WM-Test gegen Italien in Neumarkt 2:0.  „Es war schwerer als gegen Norwegen, weil die Ungarinnen schneller spielen. Da hatten wir nicht viel Zeit, Entscheidungen zu treffen,“ gab Janine Weber zu. Zur Strafenflut meinte sie nur lächelnd: „Ungewohnt, aber da muss man halt durch.“ Ihr  Blick auf die letzten die Partien: „Nur auf das nächste Match fokussiert sein. Das bringt mehr als an die Medaillen zu denken. Das ist höchstens nach dem Dienstag-Spiel gegen Frankreich erlaubt.“