TAG DER ENTSCHEIDUNG FÜR ÖSTERREICHS BISHER BESTE EISHOCKEYDAMEN!

Am Donnerstag im Spiel Österreich: Japan fällt die Entscheidung um den Gruppensieg und damit geht es in diesem Spiel auch um Gold! Der Bunker in Graz sollte brennen und möglichst viele Zuseher in die Eishalle Graz Liebenau zu diesem Highlight locken!

Eine WM schreibt immer auch Geschichten. So auch die Geschichte von Mag. Andrea Keplinger, der Gesundheits- und Sportpsychologin des Teams Austria. Zum Dameneishockey kam sie über Verbindungen, die sie bei den Youth Olympics 2012 in Innsbruck als Betreuerin für Bob und Skeleton knüpfte. Auf der Visitenkarte von Frau Magister Andrea Keplinger, klinische Gesundheits-und  Sportpsychologin, (www.sportpsychologie.tirol) der Spruch: „Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern“.

In Graz ist sie schon bei ihren sechsten Titelkämpfen im Eishockey dabei. Auch zwei Olympiaqualifikationen hat die Tirolerin aus Mils bei Imst  bereits hinter sich. Sie ist davon überzeugt, dass sich Einiges in den Jahren verändert und zum Besseren entwickelt hat: „Das ist jetzt das beste Damenteam, das Österreich bisher hatte.“  Ergebnis der Entwicklung: am Donnerstagabend – am Tag der Entscheidung – wird Favorit Japan im Kampf um den Aufstieg vom österreichischen Team gefordert. Mit dem vierten Sieg wäre der Aufstieg und somit auch die Goldmedaille geschafft.

Egal ob unter 20 oder älter bis zu den Leaderinnen Esther Kantor, Denise Altmann, Eva Maria Beiter-Schwärzler oder Janine Weber, Keplinger sieht alle als starke und zielstrebige Persönlichkeiten, die erfolgsorientiert sind. Auch wenn alle Damen – abgesehen von Weber, die in den USA spielt – praktisch Amateurinnen sind.

Außerdem eint die Damen ihrer Meinung nach noch eines: Sie möchten das gängige Rollenmuster zwischen Frau und Mann etwas aufbrechen. Das machen sie, in dem sie in die Männerdomäne Eishockey vorgedrungen sind.

Keplinger sieht ihre Rolle – wenn nötig – als Freundin, aber vor allem als stabilen Faktor, der im Hintergrund agiert und in Absprache mit Teamchef Pekka Hämäläinen und seinen Assistenten mentale Strategien entwickelt, die sie dann mit der Mannschaft in Strategiemeetings  bespricht. Das Ziel für die Titelkämpfe in Graz: eine Medaille. Nach der nicht glücklichen Qualifikation für Olympia sagt die Psychologin: „Die drei Niederlagen gegen Japan, Deutschland und Frankreich haben alle noch zielstrebiger, fokussierter und damit stärker gemacht.“ Es ging auch darum, wie man mit dem gesteigerten Medieninteresse bei einer Heim-WM umgeht. Auch mit mehr begeistertem Lärm der Fans von den Tribünen als gewohnt.“

Bei Spielerinnen zwischen 17 Jahren – wie beispielsweise Theresa Schafzahl – und 32 Jahren – wie Kapitänin Esther Kantor – gibt es natürlich eine Hierarchie. Auch die junge Generation unter 20 darf uns soll bei internen Besprechungen den Mund aufmachen. Aber es gibt eine Devise, an die sich alle halten. Die da heißt: „Das Team geht vor, Einzelinteressen sind nicht gefragt.“ Auch der Sonnenschein der Mannschaft – Eva Beiter-Schwärzlers kleine Melissa – ist am Arm der Mama bis zur jeweiligen Schlusssirene und den Hymnen immer dabei.

Bei den Spielen beobachtet  Andrea Keplinger genau, was sich auf der  Bank abspielt, die Köpersprache der einzelnen Spielerinnen. Danach beginnt schon die Arbeit für das nächste Spiel: Videos schneiden, aufbauen und für positive Stimmung sorgen sollen. Keplinger hält es mit Walt Disney: „If you can dream it, you can make it. “  Wenn du von etwas träumen kannst, dann kannst du es auch schaffen! Eben einen Sieg gegen Japan und damit den Aufstieg in die Top Division.

„Wir sind auf dieses Turnier besser vorbereitet“, meinte Hämäläinen. Topscorerin Denise Altmann weiß, wie man die Favoritinnen knacken kann: „Die Japanerinnen sind schnell, passen gut in den Lauf. Wir dürfen ihnen im Mitteldrittel nicht zu viel Platz geben. Dann kann es klappen.“ Wenn es geschafft ist, werden die treuesten Fans  die Siegerinnen noch einmal aus der Kabine auf´s Eis holen.

Verfasst von Peter Linden