Mit Doppelschlag in 30 Sekunden zu Silber! Denise Altmann WM-Topscorerin, beste Spielerin und Stürmerin

Zum Abschluss ihrer Heim-WM in Graz sicherten sich Österreichs Eishockeydamen nach Rouen 2015 ihre zweite Silbermedaille 2015. Bis zur 33. Minute lagen sie zwar gegen Dänemark zwar 0:1 zurück und wirkten mitunter unkonzentriert und von der Japan-Enttäuschung etwas ausgepowert. Torfrau Jessia Ekrt verhinderte einen höheren Rückstand,  aber dann löste der Ausgleich  von WM-Topscorerin Denise  Altmann eine Torflut in Rot-Weiß-Rot zum 6:1 (0:1, 4:0, 2:0) – dem höchsten österreichischen Sieg in Graz – aus, den 1342 Zuschauer bejubelten.  30 Sekunden auf das 1:1 folgte die Führung, als Tamara Grascher Dänemarks Torfrau Lisa Jensen im kurzen Eck überraschte. Nur 2:23 Minuten später das 3:1 durch Anna Meixner nach Altmann-Assist, einer Kombination der Legionärinnen aus Schweden.  Nur 2:24 Minuten später der vierte Treffer durch Lokalmatadorin Theresa Schafzahl. Vier Tore  innerhalb von 4:27 Minuten.  Fünf der sechs österreichischen Tore gingen auf das Konto der Linie mit Altmann, der besten Spielerin des Abends.

„Wenn man von fünf Spielen vier gewinnt, darf man nicht unzufrieden sein. Die Bilanz ist eindeutig positiv“, zog Martin Kogler, Österreichs Dameneishockeychef, eine positive Bilanz. Auch Teamchef Pekka Hämäläinen sah optimistisch in die Zukunft: „Die jungen Spielerinnen haben viel dazugelernt, mit ihnen kann man auf Jahre rechnen. Der Aufstieg ist nächstes Jahr sicher zu schaffen“. Wegen der Aufstockung der Topdivision auf zehn Nationen gibt es ja heuer keinen Absteiger.

Japan fällt 2018 als stärkster Gegner weg, alles andere ist machbar, wie man an den vier Siegen in Graz sah: „Es gibt keinen großen Unterschied zwischen den unteren Teams in der Top-Division und uns“, behauptete Hämäläinen,  „auch Deutschland, Tschechien oder die Schweiz sind in unserer Reichweite. Unser Team wird von Jahr zu Jahr besser “. So wird  Schafzahl, gerade erst 17 geworden, nächstes Jahr nach ihrer Matura in die USA an die Vermont-University übersiedeln und sich dort in Sachen Eishockey sicher weiter steigern.

Denise Altmann räumte bei der  Siegerehrung groß ab: Wahl zur besten Österreicherin, zur besten Spielerin und beste Stürmerin der WM, dazu mit sieben Toren und vier Assists die Topscorerin dieser WM. Mit 29 Jahren ist die Mittelstürmerin auch im besten Eishockeyalter: „Wir müssen in die Topdivision, dieses Ziel verliere ich nicht aus den Augen.“

Japan war zu schnell! Eishockeydamen nach 1:4 um Silber gegen Dänemark

Schade drum! Nichts wurde es mit dem Traum von Österreichs Eishockeydamen, mit dem ersten Sieg gegen Japan auch erstmals den Aufstieg in die Top-Division zu schaffen. Der deklarierte Turnierfavorit erwies sich vor den Augen der Grazer ORF-Legende Robert Seeger  als zu schnell und damit auch zu stark und ließ beim 4:1 (2:0, 2:1, 0:0) den Österreicherinnen erst etwas Luft zum Atmen als das Match nach 27:04 Minuten mit der 4:0-Führung bereits entschieden war. Jetzt geht es für Esther Kantor, Denise Altmann, Janine Weber & Co Freitagabend im letzten Match der Grazer WM gegen Dänemark wie vor zwei Jahren darum in Rouen um Silber. Die Däninnen bezwangen am Donnerstag Norwegen 3:1 und könnten somit mit einem Sieg nach regulärer Spielzeit Österreich bei Punktegleichheit auf Grund des direkten Duells noch von Platz zwei hinter Japan verdrängen.

Die Japanerinnen schienen sich genau auf dieses Spiel um den Aufstieg konzentriert zu haben und legten von Beginn an im Vergleich zu ihren ersten drei Partien einen Gang zu. Vielleicht wäre das Match etwas anders gelaufen, hätte Tamara Grascher von den Eagles Salzburg im ersten Powerplay des Spiels Österreichs Chance zur Führung genützt. So sorgten die Japanerinnen mit ihrem Forechecking, bei dem sie Österreichs Verteidigerinnen oft nicht nur im eigenen Drittel sondern sogar hinter dem eigenen Tor attackierten, für so manche Verlegenheit. Sie nutzen ein schnelles Break zur Führung in der 12. Minute und das erste Powerplay durch Verteidigerin Koike Shiori zum 2:0. Die Hoffnungen auf den Umschwung im zweiten Drittel waren mit dem dritten Tor nach 23:46 Minuten eigentlich dahin. Teamchef Pekka Hämäläinen reagierte mit einem Timeout, um sein Team wachzurütteln, aber es gelang nicht.

Drei Minuten und acht Sekunden später traf Japan wieder, worauf Jessica Ekrt im Tor Theresa Hornich ersetzte. Ekrt konnte sich in ihrem zweiten WM-Einsatz als „Siegerin“ fühlen, denn sie ließ sich nicht bezwingen. Mit ihr „gewann“ Österreich 1:0, denn im Powerplay gelang Eva Beiter-Schwärzler nach Assist von Weber das Ehrentor. Hämäläinen versuchte es noch mit Umstellungen, setzte phasenweise Altmann mit Weber in einer Linie ein, aber Japan ließ sich nicht die Rückkehr in die Top Division nicht mehr nehmen und kam nie in ernsthafte Gefahr.

„Die Japanerinnen waren zu gut, fast eine Nummer zu groß“, gestand Weber. „Wir haben alles versucht, aber die Japanerinnen haben in jeder Linie sehr gute Eisläuferinnen und verteidigen zu gut“, meinte Teamchef Hämälinen, „ wir konnten unsere ersten Chancen nicht nützen. Aber so ist Eishockey“. Die Motivation für das letzte Spiel? „Ganz einfach: Silber ist besser als Bronze. Das nimmt jeder lieber mit.“

 

Verfasst von Peter Linden

TAG DER ENTSCHEIDUNG FÜR ÖSTERREICHS BISHER BESTE EISHOCKEYDAMEN!

Am Donnerstag im Spiel Österreich: Japan fällt die Entscheidung um den Gruppensieg und damit geht es in diesem Spiel auch um Gold! Der Bunker in Graz sollte brennen und möglichst viele Zuseher in die Eishalle Graz Liebenau zu diesem Highlight locken!

Eine WM schreibt immer auch Geschichten. So auch die Geschichte von Mag. Andrea Keplinger, der Gesundheits- und Sportpsychologin des Teams Austria. Zum Dameneishockey kam sie über Verbindungen, die sie bei den Youth Olympics 2012 in Innsbruck als Betreuerin für Bob und Skeleton knüpfte. Auf der Visitenkarte von Frau Magister Andrea Keplinger, klinische Gesundheits-und  Sportpsychologin, (www.sportpsychologie.tirol) der Spruch: „Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern“.

In Graz ist sie schon bei ihren sechsten Titelkämpfen im Eishockey dabei. Auch zwei Olympiaqualifikationen hat die Tirolerin aus Mils bei Imst  bereits hinter sich. Sie ist davon überzeugt, dass sich Einiges in den Jahren verändert und zum Besseren entwickelt hat: „Das ist jetzt das beste Damenteam, das Österreich bisher hatte.“  Ergebnis der Entwicklung: am Donnerstagabend – am Tag der Entscheidung – wird Favorit Japan im Kampf um den Aufstieg vom österreichischen Team gefordert. Mit dem vierten Sieg wäre der Aufstieg und somit auch die Goldmedaille geschafft.

Egal ob unter 20 oder älter bis zu den Leaderinnen Esther Kantor, Denise Altmann, Eva Maria Beiter-Schwärzler oder Janine Weber, Keplinger sieht alle als starke und zielstrebige Persönlichkeiten, die erfolgsorientiert sind. Auch wenn alle Damen – abgesehen von Weber, die in den USA spielt – praktisch Amateurinnen sind.

Außerdem eint die Damen ihrer Meinung nach noch eines: Sie möchten das gängige Rollenmuster zwischen Frau und Mann etwas aufbrechen. Das machen sie, in dem sie in die Männerdomäne Eishockey vorgedrungen sind.

Keplinger sieht ihre Rolle – wenn nötig – als Freundin, aber vor allem als stabilen Faktor, der im Hintergrund agiert und in Absprache mit Teamchef Pekka Hämäläinen und seinen Assistenten mentale Strategien entwickelt, die sie dann mit der Mannschaft in Strategiemeetings  bespricht. Das Ziel für die Titelkämpfe in Graz: eine Medaille. Nach der nicht glücklichen Qualifikation für Olympia sagt die Psychologin: „Die drei Niederlagen gegen Japan, Deutschland und Frankreich haben alle noch zielstrebiger, fokussierter und damit stärker gemacht.“ Es ging auch darum, wie man mit dem gesteigerten Medieninteresse bei einer Heim-WM umgeht. Auch mit mehr begeistertem Lärm der Fans von den Tribünen als gewohnt.“

Bei Spielerinnen zwischen 17 Jahren – wie beispielsweise Theresa Schafzahl – und 32 Jahren – wie Kapitänin Esther Kantor – gibt es natürlich eine Hierarchie. Auch die junge Generation unter 20 darf uns soll bei internen Besprechungen den Mund aufmachen. Aber es gibt eine Devise, an die sich alle halten. Die da heißt: „Das Team geht vor, Einzelinteressen sind nicht gefragt.“ Auch der Sonnenschein der Mannschaft – Eva Beiter-Schwärzlers kleine Melissa – ist am Arm der Mama bis zur jeweiligen Schlusssirene und den Hymnen immer dabei.

Bei den Spielen beobachtet  Andrea Keplinger genau, was sich auf der  Bank abspielt, die Köpersprache der einzelnen Spielerinnen. Danach beginnt schon die Arbeit für das nächste Spiel: Videos schneiden, aufbauen und für positive Stimmung sorgen sollen. Keplinger hält es mit Walt Disney: „If you can dream it, you can make it. “  Wenn du von etwas träumen kannst, dann kannst du es auch schaffen! Eben einen Sieg gegen Japan und damit den Aufstieg in die Top Division.

„Wir sind auf dieses Turnier besser vorbereitet“, meinte Hämäläinen. Topscorerin Denise Altmann weiß, wie man die Favoritinnen knacken kann: „Die Japanerinnen sind schnell, passen gut in den Lauf. Wir dürfen ihnen im Mitteldrittel nicht zu viel Platz geben. Dann kann es klappen.“ Wenn es geschafft ist, werden die treuesten Fans  die Siegerinnen noch einmal aus der Kabine auf´s Eis holen.

Verfasst von Peter Linden

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DRITTER SIEG! MEDAILLE IST FIX! DONNERSTAG UM AUFSTIEG GEGEN JAPAN

Dritter Sieg  im dritten Spiel für Österreichs Eishockeydamen  bei der  Weltmeister der Division IA in Graz: Nach dem 3:1 (0:0, 2:1, 1:0)  gegen Frankreich geht es  nach dem zweiten Ruhetag  am Donnerstagabend  gegen den ebenfalls unbesiegten Favorit Japan (gestern 5:3 gegen Norwegen nach 0:2-Rückstand)  um den Aufstieg. Der Sieger steigt in die Top Division auf. Österreich ist auf jeden Fall auf Medaillenkurs. Die könnte nicht einmal verpasst werden, wenn die letzten zwei Spiele gegen Japan und Dänemark verloren gehen.   Aber daran dachte beim Jubel niemand.  Teamchef Pekka Hämäläinen: „Wir haben bisher in jedem Spiel dazugelernt. Erstmals haben wir alle drei Drittel gut gespielt, speziell defensiv war es unsere beste Leistung“. Der Nachsatz des Finnen: „Aber gegen Japan müssen wir noch besser spielen.“

Schon im ersten Drittel hatten Denise Altmann, die Kapitänin Esther Kantor und Anna Meixner das Führungstor am Schläger – das fiel aber erst nach 26 Minuten und 45 Sekunden. Durch ein schwedisches Duett, eine Kombination von HV 71 Jonköping und Linköping: Den Assist von Meixner nützte Altmann zu ihrem fünften Treffer bei dieser WM. Sie trifft, auch wenn ihre Eltern und Bruder Mario auf der Tribüne die Daumen nicht drücken. Meixner scheiterte mit einem Sitzer zur 2:0-Führung an der starken französischen Torfrau Jeanne Morin, ehe den Französinnen ihr erstes WM-Tor gelang: Lara Escudero bezwang die überzeugende Theresa Hornich.  Aber Österreichs Antwort folgte 45 Sekunden vor Drittelende: Janine Weber scorte nach einem sehenswerten Solo backhand. Der erste Treffer der Tirolerin beim Kampf um den Aufstieg. Im letzten Drittel folgte das nächste „schwedische“ Tor. Diesmal durch die gebürtige Zellerin Meixner – nach 44:21 Minuten praktisch die Entscheidung. Auch für Meixner war es ihr erster WM-Treffer – gerade im richtigen Moment.

Bei einem Lattenschuss der 1,90 Meter-Stürmerin Lore Baudrit hatte Hornich noch Glück. Aber am Ende riesiger Jubel. „Unser Ziel, eine Medaille, ist nun erreicht“, freute sich Damen-Eishockeychef Martin Kogler, der für Donnerstagabend auf volle Tribünen gegen Japan hofft: „Das haben sich unsere Damen wirklich verdient. Und die Karte kostet nur fünf Euro. Ein Kinobesuch ist teurer.“

Bereits Dienstag unter den Besuchern: Dr. Hans Dobida, Ehrenpräsident des österreichischen Eishockeyverbandes, der Janine Weber als beste Österreicherin auszeichnete. Dazu Zdenek Vanek, der Vater von Österreichs NHL-Star Thomas.

Verfasst von Peter Linden

GEGEN FRANKREICH WAR ES IMMER KNAPP: EINE RECHNUNG IST NOCH OFFEN

Nach den  zwei Siegen zum Start gegen Japan  genossen Österreichs Eishockeydamen den freien Ostermontag. Rund um das Frühstück saßen sie in der Hotelhalle des Ramada vor dem Fernsehschirm und sahen sich interessiert die Aufzeichnung des Ungarn-Sieg auf ORFSport+ an.

Die folgenden Freizeitaktivitäten dachte sich die Sportpsychologin Andrea Keplinger aus Mils bei Imst aus: unter freiem Himmel ein Teampuzzle lösen. Die Idee dahinter: Viele kleine Ideen sollen eine große Lösung bringen. Das dient – wie Andrea Keplinger versicherte – auch dazu den Kopf zu entlüften. Die große Lösung wäre dann Dienstagabend der dritte Sieg bei dieser WM gegen die bisher punkte- und torlosen Französinnen.

Österreich erzielte in zwei Spielen zehn Tore mehr als Frankreich, kassierte aber auch zwei mehr. Das ist der Ansatzpunkt für Teamchef Pekka Hämäläinen: „Ich bin bisher zufrieden, aber wir müssen unser Spiel ständig verbessern.“ Vor allem in der Defensive. Die Wunschvorstellung des Finnen wäre ein Mix zwischen rot-weiß-roten Qualitäten vor dem Tor des Gegners und japanischer Stärke im eigenen Drittel. Aber Wunschkonzerte gibt es auch im Eishockey sehr selten. Die letzten drei Partien gegen die Französinnen bei Weltmeisterschaften und in der Olympiaqualifikation waren immer knapp: 2015 in Rouen lag Österreich 0:2 zurück, gewann aber noch 3:2. 2016 im dänischen Aalborg gewann Frankeich 2:1. Für Hämäläinen war das aber Österreichs beste Leistung bei der WM. Im Februar gab´s beim Scheitern im Kampf um Olympia 2018 in Japan ein 1:3,  wobei das letzte Tor fiel, als Österreich alles riskierte und  ohne Torfrau spielte.

Ob Dienstagabend, wie gegen Ungarn Theresa Hornich im Tor beginnt oder wie gegen Norwegen Jessica Ekrt, entscheidet Hämäläinen in Absprache mit seinen Assistenten Mario Bellina, Risto Kurkinen und Michael Schmidt erst am Spieltag nach dem Vormittagstraining.

Die offene Rechnung aus Japan soll in Graz beglichen werden. Dabei hoffen die Österreicherinnen auf noch mehr Hilfe von den Rängen als bisher. Das Duell gegen Favorit Japan am Donnerstag ist noch kein Thema. Jetzt geht´s um Frankreich. Klar setzt Hämäläinen weiter auf die Topform seiner Leaderinnen. Wie beispielsweise Denise Altmann, bisher mit vier Toren und drei Assists  beste Scorerin der Weltmeisterschaft. Oder auf Janine Weber: „Sehr gut, wie sie für das ganze Team hart arbeitet“, lobte Hämäläinen die Tirolerin.  Mit Tempo und vier Sturmlinien soll die Revanche gegen die Französinnen gelingen. Jede Dame weiß, dass die Französinnen nach ihren Niederlagen gegen Dänemark und Norwegen unter der Devise „jetzt erst recht“ spielen werden gerade das macht sie gefährlich. Das hörten die Spielerinnen auch von Sportpsychologin Andrea Keplinger. Wenn auch diese Hürde unter der Devise „aller guten Dinge sind drei“ genommen wird, ist das Medaillenziel praktisch geschafft. Danach würde es Donnerstag gegen Japan um den Aufstiegstraum gehen.

Verfasst von Peter Linden

VIERMAL DER RADETZKYMARSCH: DAMEN AUF MEDAILLENKURS

Nur noch Favorit Japan und Österreich haben nach zwei Spielen bei der Damen-WM der Division IA in Graz eine weiße Weste. Die Österreicherinnen ließen auf das 6:4 gegen Norwegen 24 Stunden später mit 4:2  (1:1, 2:1, 1:0) gegen Ungarn den zweiten folgen. Das Team Österreich ist mit zehn erzielten Toren bisher die Torfabrik dieser  Weltmeisterschaft, die für sechs Tore mehr als die Japanerinnen beim 1:0 gegen Ungarn und 3:0  Dänemark sorgte. Allerdings erwiesen sich die Japanerinnen als defensiv stabiler: Kein Tor kassiert, ihre Torfrauen bekamen in beiden Partien zusammen nur 17 Schüsse zu halten.

Zum Unterschied vom Samstag bot Teamchef Pekka Hämäläinen die routinierte Theresa Hornich im Tor auf. Nach 3:12 Minuten mussten die Österreicherinnen einem Rückstand nachlaufen. 8:03 Minuten später sorgte Anna Hanser vom Meister Vienna Sabres nach idealem Pass von Janine Weber für das 1:1. So ging´s in das zweite Drittel, in dem die 17jährige Lokalmatadorin Theresa Schafzahl im Powerplay für die Führung sorgte. Aber ab der 30. Minute stand das Spiel im Zeichen der holländischen Schiedsrichterin Debby Hengst, die innerhalb von 10:41 Minuten regulärer Spielzeit insgesamt 18 Strafminuten verhängte. Manches wirkte etwas kleinlich. Zunächst traf Eva Beiter- Schwärzler in Unterzahl aus kurzer Distanz nur die Stange, dann mussten Sophia Volgger und Eva Beiter-Schwärzler auf die Strafbank. Die 15 Sekunden mit zwei Spielerinnen weniger überstand Österreich. Kaum war Volgger zurück, fiel aber das 2:2. Dann schickte  Frau Hengst innerhalb von 38 Sekunden drei Ungarinnen auf die Strafbank. Diese Phase nützte Österreich nur zu einem Tor durch Denise Altmann. Die Schweden – Legionärin, die auch zur besten Spielerin gewählt wurde,  traf  im Schlussdrittel zum entscheidenden 4:2.

Sie hat damit nach zwei Partien schon vier Tore und drei Assists. Zum Glück vergab dann Ungarns Star, Alexandra Huszak, die in Russland spielt, einen Penalty.

Nach Österreichs Toren ertönt in der Halle immer der  Radetzkymarsch. Diesen Sonntagabend viermal. Hoffentlich noch öfters in den drei Spielen gegen Frankreich, Japan und Dänemark.

Danach strahlte auch Verbandspräsident Gernot Mittendorfer: „Drei Siege an einem Tag hab´ich noch nie erleben dürfen.“ Denn vor den Damen schlug  das U18-Team der Burschen bei der WM in Bled Veranstalter Slowenien 4:3, siegte das Herrenteam beim WM-Test gegen Italien in Neumarkt 2:0.  „Es war schwerer als gegen Norwegen, weil die Ungarinnen schneller spielen. Da hatten wir nicht viel Zeit, Entscheidungen zu treffen,“ gab Janine Weber zu. Zur Strafenflut meinte sie nur lächelnd: „Ungewohnt, aber da muss man halt durch.“ Ihr  Blick auf die letzten die Partien: „Nur auf das nächste Match fokussiert sein. Das bringt mehr als an die Medaillen zu denken. Das ist höchstens nach dem Dienstag-Spiel gegen Frankreich erlaubt.“

ZUM START AUF PLATZ EINS! 6:4 MIT ZWEIMAL DOPPELPACK

Per Videobotschaft wünschte Herren-Teamchef Roger Bader von seiner WMVorbereitung in Innsbruck Österreichs Eishockeydamen in Graz viel Glück für ihre Titelkämpfe. Und prompt begann ihre Medaillenmission ideal: Mit einem 6:4 (2:2, 2:0, 2:2) im Startspiel gegen Norwegen erkämpfte die Mannschaft durch die bessere Tordifferenz als Japan und Frankreich Platz eins. Wenn´s so bis Freitag bleibt, wäre das optimal – sprich der Aufstieg, eine gewaltige Vorlage für die Herren. Aber bis dahin ist´s noch ein weiter Weg. Der erhoffte zweite Schritt am Ostersonntag gegen Ungarn wird von ORF Sport+ ab 20 Uhr live übertragen.
Teamchef Pekka Hämäläinen setzte sechs Verteidigerinnen und vier Sturmlinien ein, wagte viel und gewann. Sieben Spielerinnen seines Teams sind jünger als 20 Jahre. Das Durchschnittsalter der Siegerinnen betrug nur 22,5 Jahre – im Tor feierte die 18jährige Jessica Ekrt ein passables WM-Debüt. Ihr Vater Martin, in den Neunzigerjahren Spieler bei Stadlau, Innsbruck und Zeltweg, am Ende der Karriere auch bei den Wiener Eislöwen, fieberte auf der Tribüne mit. Schon nach 37 Sekunden gab´s nach einem Foul an Janine Weber das erste Powerplay, das Verteidigerin Charlotte Wittich von den Vienna Sabres zur Führung nach 1:11 Minuten nützte. Als nach 4:50 Minuten ihre Klubkollegin Monika Vlcek auf 2:0 erhöhte, sah schon alles nach Sieg aus. Doch die Norwegerinnen schlugen zurück und 1:26 Minuten vor Drittelende hieß es nach dem ersten Powerplay der Norwegerinnen 2:2.
Das Mitteldrittel avancierte dann zur Gala von Denise Altmann: Zweimal getroffen, Doppelpack zur 4:2-Führung. In dem durchaus attraktiven Match überzeugten die jungen Österreicherinnen mit ihrem hohen Tempo und läuferischen Potenzial. Nach dem zweiten Tor der Schweden – Legionärin fragte ihr Bruder, der verletzte Teamverteidiger Mario Altmann, etwas verwundert auf der Tribüne: „Woher hat Denise nur diesen Torinstinkt her?“ Zu Beginn des letzten Drittels folgte der zweite Doppelpack – von Wittich, die auch für den schnellsten Treffer am ersten WM-Tag sorgte. Am Ende – zu den Klängen der Bundeshymne – sah man zufriedene und jubelnde Gesichter.

Die begeisterten Fans holten die Siegerinnen zum Feiern nochmals aus der Kabine zurück auf das Eis. Hämäläinen zeigte sich zufrieden: „Es hat noch Fehler gegeben, aber ein WM-Start vor eigenem Publikum ist nie leicht. Wir müssen noch einige Fehler in der Defensive abstellen.“

Verfasst von Peter Linden

Österreich setzt auf Jugend: Neun WM-Hoffnungen sind noch nicht 20

„Unendlich“ heißt das offizielle Lied der zweiten Eishockey-Damen -WM in Graz, welches Samstag  die deutsche Band Bollmer  vor dem Abendspiel Österreich-Norwegen singen wird. Danach wird  die ungarische IIHF-Chairwomen Zsuzsanna Kolbenheyer nach Ansprachen des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl, des Vertreters von Landeshauptmann Hermann Schützenhofer und des Präsidenten des österreichischen Eishockeyverbands, Gernot Mittendorfer, den Kampf um den Aufstieg in die Top-Division freigegeben wird, bei dem Österreich auf  jugendlichen Schwung setzt: Neun SpielerInnen des Kaders sind unter 20. Darunter sind zwei erst 16 Jahre alt. Die Lokalmatadorin feierte erst letzten Mittwoch ihren 17. Geburtstag: Theresa Schafzahl von den Moser Medical Graz 99ers, welche beim Skill-Wettbewerb der letzten Youth Olympics in Norwegen den hervorragenden dritten Platz belegt und sich zum Geburtstag selbst ein Tor gegen Japan schenkte. Sie ist die rot-weiß-rote Eisrakete. Die zweite steirische Stürmerin neben, Jennifer Pesendorfer von den Neuberg Highlanders, ist 18. Das Durchschnittsalter des gesamten Kaders: Nur 22,08 Jahre.

Die Norwegerinnen schätzt Österreichs Kapitänin Esther Kantor, die seit dem ersten rot-weiß-roten Frauenländerspiel dabei ist, als lösbare Aufgabe ein.  Die letzten zwei Testspiele vor der WM in der Merkur-Arena nährten die Zuversicht: Letzten Sonntag wenige Tage vor der WM, gelang es gegen Frankreich ein 1:5 noch in einen 7:6-Sieg in der Verlängerung zu verwandeln. Beim 3:5 gegen WM-Favorit Japan führten die Österreichinnen 2:0 und im letzten Drittel sogar 3:1 – kassierte das  fünfte Tor erst in letzter Minute, als Head Coach Pekka Hämälainen  Torfrau Theresia Hornich vom Eis geholt hatte. Hämälainen und seine Assistenten Risto Kurkinen (für die Sturmlinien), Mario Bellina (für die Abwehr) und Michael  Schmidt (für die Torfrauen) gewannen bei der Analyse jedenfalls noch wertvolle Erkenntnisse.

Auch Norwegen hofft auf eine 16jährige: Mille Sirum ragte bei der letzten U18-Weltmeisterschaft heraus. Die Teamchefin aus Kanada, Laura Rollins, hat acht Spielerinnen dabei, die bei schwedischen Klubs engagiert sind. Darunter die besten Stürmerinnen: Line Bialik von AIK Solna und Andrea Dalen von Djurgarden Stockholm. Denise Altmann trifft auf vier Mispielerinenn von Linköping, Anna Meixner auf eine von HV 71 Jonköping. Die Österreicherinnen hoffen trotz Ostern und Ferienzeit auf Unterstützung von so vielen Fans wie nur möglich.

Beim ersten Spiel gegen Norwegen am Samstagabend haben Fans, die zuvor bei Sturm Graz gegen Ried  im Stadion waren, mit dem Sturm-Ticket  freien Zutritt. So lange der „Vorrat“ reicht. Karten für alle WM-Spiele sind bei Ö-Ticket und an den Tages- bzw. Abendkassen erhältlich.

 

Verfasst von Peter Linden

Melissa ist immer dabei

Seit dreieinhalb Jahren ist Eva Beiter-Schwärzler stolze Mutter einer Tochter. Mit sechs Monaten  war die kleine Melissa erstmals bei  einer Weltmeisterschaft mit der Mama dabei. Auf Prerov 2013 in Tschechien folgte Rouen in Frankreich, Aalborg in Dänemark und heuer im Februar auch die Olympiaqualifikation in Japan.

Seit letztem Sonntag ist Melissa auch mit der Mama in Graz, wohnt mit ihr im Hotel.  Melissa lässt kein Training aus und wird auch bei den WM-Spielen zuschauen. Obwohl sie zu der Zeit, wenn die Spiele um 20 Uhr beginnen, normal schon im Bett liegt und schläft: „Wir haben den Rhythmus etwas umgestellt“, grinst die Frau Mama. Wenn sie am Eis ist, weiß sie Melissa bei der Teampsychologin Andrea Keplinger sowie den Physiotherapeutinnen  Sigrid Rauter und Nina Kloss sehr gut aufgehoben. Auch Teamchef  Pekka Hämäläinen gefällt es, dass schon eine Teamspielerin von übermorgen, wie es der Finne ausdrückt, dabei ist: „Das hebt die Stimmung.“  Zur Weltmeisterschaft kommt Vater Michael nach Graz. Früher lässt es sein Job nicht zu. Michael Beiter ist ebenfalls ein Eishockeyspieler. In der Saison 2008/09 in Salzburg. Da spielte Eva nach zwei Saisonen an der amerikanischen Bemidji State University in Minnesota bei den EHC Ravens in Salzburg. Danach zogen sie nach Vorarlberg, wo sie derzeit in Rankweil wohnen. Der Hausbau in Dornbirn ist in Planung.

Bewundernswert, wie die 28jährige Privatleben, den Job als Volkschullehrerin und Eishockey unter einen Hut bringt. In dieser Saison reduzierte sie den Stress, in dem sie die Spiele mit den ZSC  Lions  entscheidend reduzierte. Die Autofahrten vom Ländle in die Schweiz und zurück kosteten zu viel Zeit und Substanz. Stattdessen trainierte sie vermehrt mit dem Nachwuchs von Dornbirn. Und fühlt sich vor der WM ausgezeichnet. Von fehlender Spielpraxis will sie nichts hören: „Ich hab Routine genug – jetzt brenn´ ich schon wirklich darauf, wieder zu spielen und am Samstag die französische Torfrau zu bezwingen.“ Das ist ihr mit Österreichs Team schon zweimal gelungen. Eva Beiter kennt die Französin sehr gut. Kein Wunder, denn auch Caroline Baldin spielt bei den ZSC Lions.

 

Verfasst von Peter Linden